Serie · Teil 2

WG-Tagebuch – Teil 2: Die Erstsemester-Party

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Wer Teil eins gelesen hat, weiß, wie es zwischen Mia und mir angefangen hat — auf der Arbeitsplatte unserer Gemeinschaftsküche, an dem Abend, an dem wir dachten, wir hätten die WG für uns. Bis der Schlüssel im Schloss klackte und Kevin und Nele früher heimkamen als geplant. Zwei nackte Menschen auf dem Küchenboden, ein umgestoßenes Weinglas, und ein Schweigen, das lauter war als jede Erklärung. Was danach kam, war keine große Aussprache — sondern eine Party. Und genau da wurde es richtig kompliziert.

Ich heiße Jonas, bin dreiundzwanzig, fünftes Semester, und Mia ist die Neue von nebenan, neunzehn, frisch im ersten Semester. Wer echte Studentin Party Geschichten sucht, in denen aus einem vollen Flur, zu viel billigem Sekt und einem Blick quer durch den Raum eine Nacht wird — der ist hier richtig.

Der Morgen danach

Kevin hatte in jener Nacht nur die Augenbraue hochgezogen, „Mahlzeit” gesagt und den Kühlschrank geöffnet, als wäre nichts. Nele war wortlos in ihr Zimmer verschwunden. Mia und ich hatten unsere Kleider vom Boden geklaubt wie zwei Erwischte, und am nächsten Morgen tat die ganze WG so, als hätte niemand etwas gesehen.

Das Problem war nur: Nele hatte etwas gesehen. Und Nele war seit dem ersten Tag nicht besonders gut auf die Neue zu sprechen — nicht bösartig, aber mit dieser kühlen Distanz, mit der manche Menschen entscheiden, dass jemand ihnen zu leicht alles zufliegt.

„Wir müssen reden”, sagte Nele zwei Tage später in der Küche, und ich stellte mich schon auf einen Vortrag ein. Stattdessen sagte sie: „Ich mach am Samstag eine Erstsemester-Party. Für die Neuen aus meinem Studiengang. Und du” — sie deutete mit dem Kaffeelöffel auf mich — „räumst dafür die Küche auf. Die, in der ihr euch offensichtlich schon eingelebt habt.”

Mia, die im Türrahmen lehnte, lachte kurz auf. „Geht klar”, sagte sie. „Ich bring Leute mit.”

Die Erstsemester-Party

Am Samstagabend war unsere WG nicht wiederzuerkennen. Kevin hatte irgendwo eine Lichterkette und zwei Boxen aufgetrieben, im Flur stapelten sich Getränkekisten, und ab neun quoll die Wohnung über von Menschen, die ich noch nie gesehen hatte — Erstis aus Neles Studiengang, ein paar aus Mias Kursen, dazwischen die üblichen Gesichter aus dem Univiertel. Eine echte Erstsemester-Party, laut, dicht, verschwitzt, mit dem billigen Sekt, den man mit neunzehn für Luxus hält.

Ich stand mit einem lauwarmen Bier an der Küchentür — meiner Küche, frisch geschrubbt — und beobachtete Mia. Sie trug ein schwarzes Kleid, das ich noch nie an ihr gesehen hatte, kurz, mit dünnen Trägern, und sie bewegte sich durch den Raum, als gehörte er ihr. Sie lachte mit Fremden, warf den Kopf zurück, tanzte für einen Song mit einem Typen aus ihrem Semester, der zu nah stand. Und ich stand da und spürte etwas, das ich nicht erwartet hatte: nicht Eifersucht genau, aber eine Hitze, die mich unruhig machte.

Sie erwischte meinen Blick quer durch den vollen Flur. Hielt ihn. Ein halbes Lächeln, kaum sichtbar, nur für mich. Dann drehte sie sich weg und tanzte weiter — aber sie hatte den Blick gesetzt wie eine Markierung. Ich weiß, dass du zusiehst.

Gegen Mitternacht war die Party auf ihrem lautesten Punkt. Ich holte mir ein neues Getränk aus der Küche, und als ich mich umdrehte, stand Mia direkt hinter mir, den Rücken an den Kühlschrank gelehnt, die Wangen gerötet vom Tanzen.

„Du starrst”, sagte sie über die Musik hinweg.

„Du provozierst”, gab ich zurück.

Sie trat einen Schritt näher, so nah, dass ich den Sekt auf ihrem Atem roch und darunter etwas Warmes, das nur sie war. „Und wenn schon”, sagte sie leise. „Ich wollte sehen, ob du’s aushältst. Ob dir das hier egal ist” — sie deutete mit dem Kinn ins Getümmel — „oder ob du die ganze Zeit nur überlegst, wie du mich hier rauskriegst.”

Ich stellte mein Glas ab. „Zweiteres”, sagte ich.

Das verschlossene Zimmer

Wir schafften es nicht weit. Mein Zimmer lag am Ende des Flurs, hinter der Menge, und wir drängten uns hindurch, ihre Hand in meiner, an tanzenden Leuten vorbei, die uns nicht beachteten. Ich schloss die Tür hinter uns, drehte den Schlüssel um, und mit einem Mal war der Lärm der Party nur noch ein dumpfes Pochen durch die Wand — Bass, Gelächter, ein Kreischen, ein Song, den ich nicht kannte.

Und Mia, mitten in meinem Zimmer, im schwarzen Kleid, mit diesem Blick.

„Die ganze Nacht”, sagte sie und zog mich am Gürtel zu sich, „hab ich an nichts anderes gedacht.”

Ich küsste sie, und diesmal war nichts Zögerliches mehr dran wie beim ersten Mal in der Küche. Sie schmeckte nach Sekt und Übermut, und sie erwiderte den Kuss so gierig, dass wir gegen meinen Schreibtisch stolperten. Ich schob ihr die dünnen Träger von den Schultern, und das Kleid glitt an ihr herunter wie Wasser, fiel um ihre Knöchel. Darunter fast nichts — ein winziger Slip, sonst Haut, warm und leicht verschwitzt vom Tanzen.

„Du hattest das die ganze Zeit vor”, sagte ich, und meine Stimme war rauer, als ich wollte.

„Natürlich”, flüsterte sie an meinem Mund und öffnete mein Hemd, Knopf für Knopf, ohne Eile, während draußen die Party weiterlief. „Ich hab das Kleid für genau diesen Moment ausgesucht.”

Ich hob sie hoch, und sie schlang die Beine um mich, so wie in jener ersten Nacht, nur dass wir es diesmal bis zu einem Bett schafften. Ich legte sie hin, und sie zog mich sofort auf sich, ungeduldig, ihre Fersen in meinem Rücken. Der Bass von nebenan wummerte durch die Matratze, und irgendwie machte das alles heißer — das Wissen, dass hinter dieser dünnen Tür fünfzig Leute feierten, während Mia sich unter mir wand und versuchte, leise zu sein, und es nicht schaffte.

Ich küsste mich ihren Körper hinunter, über ihre Brüste, wo meine Zunge sie erschauern ließ, weiter über ihren Bauch, bis ich den letzten Rest Stoff über ihre Hüften streifte. Sie hob sich mir entgegen, öffnete die Beine, und als ich sie mit dem Mund fand, biss sie sich in den Handrücken, um die Party nicht zu übertönen.

„Nicht so leise”, murmelte ich gegen sie. „Keiner hört uns bei dem Lärm.”

„Das”, keuchte sie, „ist eine gefährliche Erlaubnis.”

Sie war schon feucht, seit dem Kühlschrank vermutlich, seit dem Blick über den Flur. Ich leckte sie langsam, dann drängender, spürte, wie ihre Finger sich in mein Haar krallten, wie ihre Hüften den Rhythmus vorgaben. Der Bass, ihr Atem, das Klopfen ihres Pulses unter meiner Zunge — alles verschwamm zu einem einzigen Sog. Sie zog die Knie höher, presste sich mir entgegen, und ihre Laute wurden ungehemmter, bis sie mit einem langen, zitternden Stöhnen kam, das im Lärm der Party unterging, für alle außer mir.

„Jetzt du”, sagte sie, noch bebend, und zog mich an mir hoch. „Sofort.”

Ich griff nach dem Kondom in der Schreibtischschublade, und sie beobachtete jede Bewegung mit halb geschlossenen Augen, biss sich auf die Lippe. Als ich mich zwischen ihre Beine schob, zog sie mich mit den Fersen näher, so ungeduldig wie beim ersten Mal, und als ich in sie glitt, stöhnten wir beide auf und sie schlug mir mit der flachen Hand gegen die Brust, halb Protest, halb Verlangen.

„Endlich”, flüsterte sie.

Ich bewegte mich langsam, dann tiefer, und sie kam mir bei jedem Stoß entgegen, ihre Fingernägel in meinen Schultern, ihre Stirn an meiner. Draußen wechselte der Song, und wir fanden einen Rhythmus, der nichts mehr mit der Musik zu tun hatte, nur noch mit uns. Sie zog mich enger, flüsterte meinen Namen an meinem Ohr, immer wieder, atemlos, und ich spürte, wie sie sich um mich zusammenzog, ein zweites Mal, näher am Rand als sie zugeben wollte. Als sie kam, grub sie die Zähne in meine Schulter, um nicht zu schreien, und dieser kleine Schmerz kippte mich mit. Ich presste mein Gesicht in ihren Hals, und dann lagen wir da, verschwitzt, keuchend, während die Party weiterlief, als wäre nichts geschehen.

Sie lachte leise an meinem Hals, dieses offene, atemlose Lachen. „Beste Erstsemester-Party meines Lebens”, sagte sie.

Zurück auf die Party

Wir konnten nicht ewig verschwunden bleiben. Nach einer Weile zog Mia das schwarze Kleid wieder über, richtete sich vor meinem Spiegel die Haare, warf mir über die Schulter einen Blick zu, der schon wieder Ärger versprach. „Wir gehen getrennt raus”, sagte sie. „Sonst weiß es in fünf Minuten die ganze Party.”

Sie ging zuerst. Ich wartete, hörte, wie sich der Lärm kurz öffnete und wieder schloss, als sie die Tür passierte. Dann trank ich einen Schluck Wasser, sah mich im Spiegel an — zerzaust, mit ihrem Zahnabdruck auf der Schulter — und ging fünf Minuten später hinterher, als wäre ich nur auf dem Klo gewesen.

Die Party lief noch, wenn auch dünner. Kevin dirigierte am DJ-Pult, ein paar Pärchen tanzten eng, jemand hatte auf dem Balkon eine hitzige Debatte über irgendeinen Professor. Mia stand wieder mittendrin, in einer Traube aus Erstis, ein frisches Glas in der Hand, und tat, als hätte sie die letzte halbe Stunde am Getränketisch verbracht. Als sich unsere Blicke trafen, hob sie kaum merklich das Glas. Unser Geheimnis, quer durch den vollen Raum.

Ich dachte, wir wären damit durch. Ich dachte, niemand hätte etwas gemerkt.

Am Morgen, in der zerlegten Küche

Am Sonntagmittag sah unsere WG aus wie nach einer Belagerung. Überall leere Flaschen, ein klebriger Boden, jemand hatte im Flur eine ganze Schüssel Chips verstreut. Ich stand in der Küche und räumte Flaschen in Kisten, verkatert, aber grinsend, als Nele hereinkam. Sie hatte zwei Kaffeebecher in der Hand, stellte einen wortlos vor mich hin und lehnte sich mit dem eigenen an die Arbeitsplatte — genau die Arbeitsplatte.

„Schöne Party”, sagte ich vorsichtig.

„Lustig”, sagte Nele und nippte an ihrem Kaffee, „dass mein Schlafzimmer direkt an dein Zimmer grenzt, Jonas. Dünne Wände in dieser Bude. Ihr solltet das wissen. Ihr zwei tut ja so, als würde es keiner merken.”

Mir blieb der Schluck Kaffee im Hals stecken.

„Und das Interessante ist”, fuhr sie fort, und zum ersten Mal lag etwas in ihrem Blick, das ich nicht deuten konnte — nicht Empörung, eher ein Funkeln, ein Kalkül —, „ich hab da so eine Idee. Für uns alle vier. Etwas, das die Sache … interessanter macht.”

In dem Moment kam Mia in die Küche, verschlafen, in genau dem übergroßen T-Shirt, das mich in Teil eins Nächte gekostet hatte. Sie blieb im Türrahmen stehen, sah von Nele zu mir, spürte sofort, dass etwas in der Luft lag.

„Was für eine Idee?”, fragte Mia.

Nele lächelte, und es war ein Lächeln, das mir einen Schauer über den Rücken jagte. „Setzt euch”, sagte sie und schob uns zwei Stühle hin. „Ich hätte da eine kleine Wette vorzuschlagen.”

Fortsetzung folgt

Der nächste Teil ist da.

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