Erstes Mal zu dritt mit 18

Stimmungsbild zu „Erstes Mal zu dritt mit 18"

Man stellt sich sein erstes Mal zu dritt immer irgendwie geplant vor. Kerzen, Absprachen, ein Gespräch vorher, bei dem alle nicken. So war es bei mir nicht. Bei mir fing es an mit einem viel zu warmen Septemberabend, drei Leuten, die frisch von zu Hause ausgezogen waren, einer angebrochenen Flasche billigem Rotwein und der Erkenntnis, dass zwischen uns dreien eine Spannung hing, die keiner mehr wegtrinken konnte.

Ich heiße Nele, ich war gerade achtzehn geworden und ins erste Semester gestartet, und das hier ist, wie mein erstes Mal zu dritt passierte — mein Dreier, an dem alles kippte.

Die erste Woche in der WG

Ich war seit vier Tagen in meiner ersten eigenen WG. Zwei Zimmer weiter wohnte Jonas, einundzwanzig, im dritten Semester, mit einem Lächeln, das er selbst nicht ernst nahm. Und daneben Mira, zwanzig, die schon alles zu wissen schien, was ich mir gerade erst zutraute — wie man kocht, wie man flirtet, wie man einen Raum betritt, als gehöre er einem.

An jenem Abend saßen wir zu dritt auf dem abgewetzten Sofa im Wohnzimmer, weil keiner Lust hatte, allein in sein Zimmer zu gehen. Wir redeten über alles und nichts, über Dozenten, über zu Hause, über das erste Mal, über das man in so einer Runde eben irgendwann redet, wenn der Wein warm und der Abend spät wird.

„Und du?”, fragte Mira und sah mich an, die Beine auf dem Sofa angezogen. „Was hast du schon ausprobiert?”

Ich spürte, wie ich rot wurde. „Nicht viel”, gab ich zu. „Ein Freund in der Oberstufe. Das war’s.”

„Kein Grund, rot zu werden”, sagte Jonas und grinste. „Man fängt ja irgendwo an.”

„Sagt der Experte”, lachte Mira und stieß ihn mit dem Fuß an.

Ich weiß nicht genau, wann sich die Luft veränderte. Vielleicht als Miras Fuß auf meinem Knie liegen blieb, ein bisschen zu lang, um Zufall zu sein. Vielleicht als Jonas aufstand, um Wasser zu holen, und im Vorbeigehen kurz meine Schulter berührte, warm, absichtlich. Jedenfalls saßen wir irgendwann so, dass ich Miras Atem an meiner Wange spürte und Jonas’ Blick zwischen uns beiden hin- und herwanderte.

„Habt ihr euch eigentlich schon mal geküsst?”, fragte ich, und meine eigene Frage überraschte mich. „Ihr zwei?”

Mira lächelte, ohne den Blick von mir zu nehmen. „Willst du’s sehen?”

Der Moment, in dem es kippte

Sie küssten sich. Direkt vor mir, langsam, und ich saß daneben und vergaß zu atmen. Es war das Erste, was ich in echt sah und nicht auf einem Bildschirm — zwei Menschen, die sich kannten, deren Hände wussten, wohin. Ich merkte, wie sich alles in mir zusammenzog, wie eine Hitze zwischen meine Beine kroch, und ich presste unwillkürlich die Schenkel zusammen.

Als sie sich lösten, sah Mira mich an. „Du guckst so”, sagte sie leise. „Willst du auch?”

Ich nickte, bevor ich denken konnte. Und dann küsste sie mich. Ihre Lippen waren weicher als alles, was ich kannte, ihr Mund schmeckte nach Wein, und ihre Hand legte sich in meinen Nacken und zog mich näher. Ich hörte Jonas neben uns leise atmen, spürte, wie er dichter rückte, und als Mira mich losließ, war ich schon außer Atem.

„Ist das okay für dich?”, fragte Jonas, und ich mochte ihn in diesem Moment sehr dafür, dass er fragte. Seine Stimme war rau, aber seine Augen suchten wirklich nach einem Ja.

„Ja”, flüsterte ich. „Ich will es. Ich will wissen, wie das ist.”

Das ist der Satz, der bei einem ersten Mal zu dritt alles entscheidet — nicht ich sollte oder warum nicht, sondern ich will es wissen. Und ich wollte. Ich wollte spüren, wie es ist, wenn man nicht mehr überlegt, wer wen zuerst berührt.

Mira nahm meine Hand und legte sie auf Jonas’ Brust, führte sie langsam tiefer, über sein Shirt, über den Bauch. „Trau dich”, flüsterte sie an meinem Ohr. „Wir passen auf dich auf.”

Vom Sofa ins Zimmer

Wir schafften es kaum bis in Miras Zimmer. Auf dem Weg dorthin verlor ich schon mein Shirt, weil Jonas mich von hinten umfasste und es mir über den Kopf zog, während Mira vor mir herging und mich an der Hand zog, immer wieder zurückblickend, als wollte sie sicher sein, dass ich noch da war, dass ich noch wollte.

Im Zimmer drückte sie mich sanft aufs Bett. Ich lag da, halb ausgezogen, das Herz irgendwo im Hals, und sah zu, wie sie sich das Kleid über den Kopf zog. Jonas ließ sich neben mir aufs Bett sinken, und einen Moment lang lagen wir alle drei einfach da und sahen uns an, und ich merkte, dass das Zittern in mir kein Angstzittern mehr war.

Mira küsste sich meinen Hals hinunter, über das Schlüsselbein, weiter, während Jonas meinen Mund fand. Zwei Münder auf meiner Haut gleichzeitig — ich hatte nicht gewusst, dass mein Körper das überhaupt verarbeiten kann. Miras Lippen schlossen sich um meine Brust, ihre Zunge kreiste, und ich stöhnte in Jonas’ Kuss hinein, spürte, wie er lächelte.

„Hörst du das?”, murmelte Mira und sah zu ihm auf. „Sie mag das.”

„Mach weiter”, flüsterte ich, überrascht von meiner eigenen Stimme. „Bitte.”

Mira wanderte tiefer, küsste meinen Bauch, meine Hüften, und zog mir mit einer Bewegung das Letzte vom Leib. Als ihr Mund mich zwischen den Beinen erreichte, bäumte ich mich auf. Es war so anders als alles, was ich kannte — weicher, wissender, geduldiger. Sie nahm sich Zeit, ihre Zunge fand genau die Stelle, an der alles zusammenlief, und Jonas hielt meine Hand, küsste mich, flüsterte mir zu, wie schön ich sei, wie heiß es sei, mir zuzusehen.

Ich kam schneller, als mir lieb war, laut, die Finger in Miras Haar gekrallt, die andere Hand fest in Jonas’ Griff. Und noch während ich zitterte, lachte Mira leise gegen meine Haut. „So”, sagte sie. „Und jetzt entspann dich. Wir haben die ganze Nacht.”

Zu dritt, ohne Regeln

Was danach kam, hatte keine Reihenfolge mehr. Ich richtete mich auf, noch benommen, und wollte zurückgeben, was Mira mir gegeben hatte. Ich küsste sie, schmeckte mich selbst auf ihren Lippen, und tastete mich unsicher tiefer, während sie meine Hand führte und mir mit einem Lächeln zeigte, wo, wie fest, wie schnell. „Genau so”, hauchte sie, und ihr Rücken bog sich, als ich es richtig machte. Zu sehen, wie ich sie so weit brachte, machte mich mutiger als jedes Wort.

Jonas kniete hinter mir, seine Hände auf meinen Hüften, seine Lippen an meinem Nacken, und fragte leise, ob er dürfe. Ich nickte, drehte den Kopf, küsste ihn über die Schulter. Er nahm sich Zeit, langsam, achtsam, hielt kurz inne, als er spürte, dass ich den Atem anhielt, bis ich mich an ihn gewöhnt hatte und ihm entgegenkam. Und Mira lag vor mir, sah mir dabei ins Gesicht, hielt meine Hand, flüsterte, wie gut ich das mache, wie schön ich aussehe.

Es war dieses Ineinander, das mich umwarf. Nie war ich allein mit einer Empfindung. Wenn Jonas’ Rhythmus mich höher trieb, war da Miras Mund an meiner Brust. Wenn ich das Gefühl hatte, ich verliere den Halt, war da eine Hand, die meine hielt. Ich hörte uns drei atmen, hörte Miras leises Fluchen, Jonas’ abgehacktes Stöhnen, meinen eigenen Namen, den beide sagten, und irgendwann wusste ich nicht mehr, wo mein Körper aufhörte und die anderen anfingen.

Wir wechselten, lachten zwischendurch, verhedderten uns, fanden neu zueinander. Mira setzte sich rittlings über mein Gesicht, während Jonas mich weiter nahm, und ich lernte in dieser einen Nacht mehr über meinen eigenen Körper als in achtzehn Jahren davor. Ich lernte, dass ich laut sein durfte. Dass ich sagen durfte, was ich wollte. Dass es kein Falsch gab, solange alle drei Ja sagten.

Als Jonas kam, zog er sich zurück, den Kopf an meiner Schulter vergraben, zitternd, und Mira lachte weich und zog uns beide an sich, sodass wir zu dritt in einem verschwitzten Knäuel lagen, Beine, Arme, Atem, alles vermischt.

Danach

Wir lagen lange still. Das Fenster stand offen, von draußen kam die kühle Nachtluft, und irgendwo bellte ein Hund. Ich lag zwischen den beiden, Miras Kopf auf meiner Schulter, Jonas’ Hand auf meinem Bauch, und wartete auf das schlechte Gewissen, von dem ich immer geglaubt hatte, es müsse danach kommen.

Es kam nicht.

Stattdessen kam ein Kichern, erst von mir, dann von Mira, dann lachten wir alle drei, dieses erschöpfte, ungläubige Lachen von Leuten, die gerade eine Grenze überschritten haben und feststellen, dass dahinter kein Abgrund ist, sondern nur mehr von ihnen selbst.

„Und?”, fragte Jonas in die Dunkelheit. „Wie war dein erstes Mal zu dritt?”

Ich dachte an das Sofa, an Miras ersten Kuss, an die Stunde danach, an all das, wovon ich am Nachmittag noch keine Ahnung gehabt hatte, dass ich es wollen könnte. „Ich hatte keine Erwartungen”, sagte ich ehrlich. „Und trotzdem hat es alle übertroffen.”

Mira drehte sich zu mir, stützte den Kopf auf die Hand. „Bereust du was?”

„Nein”, sagte ich, und ich meinte es. „Ich frag mich nur, wie ich morgen beim Frühstück gucken soll.”

„Ganz normal”, grinste Jonas. „Reichst du mir die Marmelade, hattest du schönen Sex, willst du Kaffee.”

Wir lachten wieder, und irgendwann schliefen wir ein, alle drei in dem viel zu kleinen Bett, und es war das Selbstverständlichste der Welt.

Am nächsten Morgen war es tatsächlich fast normal. Fast. Mira kochte Kaffee in einem alten Shirt, Jonas saß mit zerzausten Haaren am Tisch, und ich stand in der Küchentür und sah die beiden an und dachte: Das ist mein neues Leben. Erst achtzehn, erste eigene Wohnung, erste eigene Regeln — und mein erstes Mal zu dritt lag hinter mir, ganz ohne Kerzen, ganz ohne Plan, und war trotzdem genau richtig gewesen.

„Kaffee?”, fragte Mira und hielt mir eine Tasse hin.

Ich nahm sie, ließ meine Finger einen Moment auf ihren liegen, sah zu Jonas, der über den Tisch grinste, und wusste, dass es nicht das letzte Mal gewesen war.

„Immer”, sagte ich. „Und danke — für gestern.”

Mira zwinkerte. „Willkommen in der WG.”