Die Neue im Fitnessstudio (19)
Ich war neunzehn, als ich mich zum ersten Mal in einem Fitnessstudio anmeldete, und ehrlich gesagt tat ich es aus den falschen Gründen. Ein Ex, ein zu langer Winter, das Bedürfnis, mich wieder in meinem eigenen Körper wohlzufühlen. Dass ich als junge Frau im Fitnessstudio gleich am ersten Abend jemandem begegnen würde, der mir das gründlicher beibrachte, als jeder Trainingsplan es je gekonnt hätte, damit hatte ich nicht gerechnet.
Ich heiße Mia. Und das hier ist die Geschichte davon, wie aus „Ich zeig dir schnell die Geräte” etwas wurde, das mir noch Wochen später die Röte ins Gesicht trieb, wenn ich nur daran dachte.
Der erste Abend
Ich kam kurz vor acht, in der toten Zeit zwischen Feierabendandrang und Ladenschluss. Die Halle war fast leer, das Licht warm und gedämpft, irgendwo lief leise Musik. Ich stand vor einer Reihe Geräte, die aussahen wie Foltergerät und Raumschiff zugleich, und hatte keine Ahnung, wo ich anfangen sollte.
„Erster Tag?”
Ich drehte mich um. Der Typ, der da lehnte, war vielleicht fünfundzwanzig, breite Schultern, ein Lächeln, das nichts erzwingen wollte. Sein T-Shirt trug das Logo des Studios, darunter stand Jonas.
„So sieht man das, ja?”, sagte ich.
„Man sieht das immer.” Er kam näher, ohne zu drängen. „Ich mach hier die Einführungen. Soll ich dir kurz zeigen, wie die Dinger funktionieren, bevor du dir was zerrst?”
Ich nickte, dankbar und nervös zugleich. Was folgte, war eine völlig normale Geräteeinweisung — und doch hing die ganze Zeit etwas in der Luft, das mich hellwach machte. Wie er hinter mich trat, um mir die Haltung an der Latzugmaschine zu korrigieren. Wie seine Hand kurz meine Schulter berührte, um sie tiefer zu drücken. Wie er sagte: „Spann hier an”, und mit zwei Fingern leicht meinen unteren Rücken antippte, sodass mir ein Schauer über die Wirbelsäule lief.
„Besser”, murmelte er, als ich die Bewegung richtig machte. Und ich, die eigentlich nur trainieren wollte, spürte, wie mir die Hitze in die Wangen stieg.
Die Wochen danach
Ich kam wieder. Natürlich kam ich wieder, und natürlich immer kurz vor acht.
Ich sagte mir, es liege am leeren Studio, an der Ruhe, an den kürzeren Warteschlangen an den Geräten. Aber die Wahrheit war banaler und aufregender: Ich kam, weil Jonas um diese Zeit da war. Weil er sich zu mir gesellte, wenn sonst kaum jemand da war. Weil aus der einen Einweisung längst eine Gewohnheit geworden war — er zeigte mir eine neue Übung, korrigierte meine Haltung, blieb ein bisschen länger, als er musste.
Und ich bemerkte Dinge, die man nicht bemerkt, wenn einem jemand egal ist. Wie sich die Adern an seinen Unterarmen abzeichneten, wenn er mir eine Hantel reichte. Wie er roch, wenn er sich über mich beugte — sauber, warm, ein bisschen nach Salz. Wie er lachte, kurz und ehrlich, wenn ich einen frechen Spruch machte.
Einmal, beim Kreuzheben, legte er von hinten eine Hand flach auf meinen Bauch. „Hier atmen”, sagte er, „nicht in die Brust.” Seine Handfläche lag auf meinem Trainingstop, warm durch den dünnen Stoff, und für einen Moment vergaß ich das Atmen komplett. Ich spürte seinen Körper dicht hinter mir, nicht ganz berührend, aber nah genug, dass ich die Wärme abstrahlen fühlte, und ich musste mich zwingen, den Blick nach vorn zu richten.
„So?”, fragte ich, und meine Stimme klang belegter, als ich wollte.
„Genau so.” Er trat einen Schritt zurück, und ich hätte schwören können, dass er es einen Herzschlag zu langsam tat.
Ich war neunzehn und alt genug zu wissen, was das in mir auslöste. Ich war nur nicht mutig genug, es auszusprechen.
Nach Ladenschluss
An einem Donnerstag blieb ich zu lange.
Ich hatte mich in eine letzte Serie verbissen, und als ich aufsah, war die Halle leer. Die Musik war aus. Durch die großen Fenster fiel nur noch das blaue Restlicht des Abends, und die Reihe der Geräte lag da wie schlafende Tiere.
„Wir haben eigentlich schon zu”, sagte Jonas. Er stand am Tresen, den Schlüsselbund in der Hand. „Aber ich schmeiß niemanden raus, der noch mitten in der Bewegung ist.”
„Sorry.” Ich richtete mich auf, wischte mir den Nacken. „Ich hab die Zeit vergessen.”
„Passiert.” Er kam herüber, langsam, und diesmal blieb er näher stehen als sonst. Nah genug, dass ich zu ihm aufsehen musste. „Weißt du, dass du fast jeden Abend die Letzte bist?”
„Weißt du, dass du fast jeden Abend derjenige bist, der bleibt?”, gab ich zurück, ehe ich es mir verkneifen konnte.
Er lächelte, und diesmal war es anders. „Touché.”
Einen Moment lang sagte keiner von uns etwas. Ich hörte mein eigenes Herz, ich hörte den Kühlschrank hinter dem Tresen surren, ich hörte, wie die Sekunden sich dehnten. Dann hob er die Hand und strich mir eine verschwitzte Strähne aus dem Gesicht, ganz behutsam, und ließ die Finger einen Atemzug zu lang an meiner Wange.
„Ich sollte das nicht”, sagte er leise.
„Ich bin neunzehn”, sagte ich, „und ich will das seit drei Wochen. Also frag mich nicht, ob du solltest. Frag mich, ob ich will.”
„Willst du?”
„Ja.”
Was dann geschah
Er küsste mich, und es war nichts von der Vorsicht darin, die er die ganzen Wochen gezeigt hatte. Seine Hand legte sich in meinen Nacken, zog mich zu sich, und ich schmeckte den Rest des Abends auf seinen Lippen. Ich drückte mich an ihn, spürte, wie fest er war, überall, und ein Laut entkam mir, den ich nicht geplant hatte.
Er hob mich hoch, als wöge ich nichts — was für ihn wahrscheinlich stimmte —, und setzte mich auf eine der gepolsterten Hantelbänke. Ich schlang die Beine um ihn, und durch seine Trainingshose spürte ich, wie hart er schon war, wie sehr er das hier wollte, genau wie ich.
„Du machst mich seit dem ersten Abend wahnsinnig”, murmelte er an meinem Hals, während seine Hände unter mein Top glitten. „Jedes Mal, wenn ich deine Haltung korrigiert hab —”
„Ich weiß.” Ich zog ihm das Shirt über den Kopf. „Ich hab’s gemerkt. Jedes Mal.”
Er streifte mir das Top ab, und seine Lippen fanden meine Brüste, erst die eine, dann die andere, und ich warf den Kopf in den Nacken. Seine Bartstoppeln kratzten über meine Haut, seine Zunge kreiste um meine Brustwarzen, bis ich mich unter ihm wand. Meine Finger krallten sich in seine Schultern, in diese Schultern, die ich wochenlang angesehen und mir nicht erlaubt hatte zu berühren.
Er kniete sich vor die Bank, zog mir Hose und Slip in einer Bewegung herunter und sah mich an, ehe er weitermachte — diese eine Frage noch in den Augen. Ich nickte, außer Atem, und dann senkte er den Kopf zwischen meine Beine.
Ich stöhnte auf, laut, in die leere Halle hinein. Seine Zunge fand genau die richtige Stelle, langsam erst, tastend, dann sicherer, während zwei Finger in mich glitten und einen Rhythmus fanden, der mich binnen Minuten an den Rand brachte. Ich hielt mich am Rand der Bank fest, meine Hüften kamen ihm entgegen, und als er nicht nachließ, kam ich mit einem Zittern, das durch meinen ganzen Körper lief, seinen Namen auf den Lippen.
Er richtete sich auf, und ich zog ihn zu mir, gierig jetzt, ohne Geduld. Ich schob seine Hose herunter, umfasste ihn, und an seinem Stöhnen hörte ich, wie kurz auch er schon davor war. „Warte”, flüsterte er heiser, angelte nach seiner Geldbörse, und ich sah ihm zu, wie er sich das Kondom überstreifte, die ganze Zeit den Blick auf mir.
Dann zog er mich an den Rand der Bank und glitt in mich, langsam, und wir stöhnten beide gleichzeitig. Er füllte mich vollständig aus, und für einen Moment hielten wir beide still, Stirn an Stirn, als müssten wir das erst begreifen. Dann begann er sich zu bewegen, tief und gleichmäßig, seine Hände an meinen Hüften, und ich schlang die Beine fester um ihn und zog ihn bei jedem Stoß tiefer.
„Sag mir, wenn’s zu viel wird”, murmelte er, aber ich schüttelte nur den Kopf und flüsterte: „Mehr.” Er lachte kurz, atemlos, und gab mir mehr — härter, schneller, bis die Bank unter uns quietschte und ich mich an ihm festkrallte. Die leere Halle warf jeden Laut zurück, unser Keuchen, das Klatschen unserer Körper, und ich hatte noch nie etwas so Erregendes gehört.
Ich spürte, wie es sich zum zweiten Mal in mir aufbaute, diesmal langsamer, tiefer, und als er eine Hand zwischen uns schob und mich genau dort berührte, wo ich es brauchte, kippte ich über die Kante. Ich kam um ihn herum, spürte, wie sich alles zusammenzog, und wenige Stöße später folgte er mir, mit einem Stöhnen an meinem Ohr, sein ganzer Körper angespannt.
Danach blieben wir eine Weile so, verschwitzt, ineinander verschlungen, sein Herzschlag an meinem. Er lachte leise. „Das”, sagte er, „steht in keiner Einweisung.”
„Vielleicht sollte es das”, sagte ich.
Am nächsten Abend
Ich meldete mich nicht ab. Im Gegenteil — ich kam am nächsten Abend wieder, kurz vor acht, wie immer.
Jonas sah mich über den Tresen hinweg an, mit diesem halben Lächeln, und für einen Moment war da wieder die alte Nervosität zwischen uns, nur andersherum. „Trainingsplan?”, fragte er, als wäre nichts gewesen.
„Trainingsplan”, sagte ich und biss mir auf die Lippe. „Und danach schauen wir, ob du mir noch was beibringen kannst.”
Er lachte, und ich wusste, dass ich noch eine ganze Weile die Letzte sein würde, die abends das Studio verließ. Mit neunzehn hatte ich gedacht, ich käme wegen der Geräte. Wie sehr ich mich geirrt hatte — und wie froh ich darüber war.
Weiterlesen
Ähnliche Geschichten
Uni-Tutorin gibt Nachhilfe
Jonas buchte mich als Statistik-Tutorin — und in der letzten Sitzung vor der Klausur wurde aus Formeln etwas viel Heißeres.
Erstes Mal zu dritt mit 18
In meiner ersten WG-Woche wurde aus einer durchzechten Nacht mit Jonas und Mira mein erstes Mal zu dritt — mein Dreier, mein erstes Mal ohne Regeln.
Au-pair (20): der lange Sommer
Ich war zwanzig, ein Sommer allein am See lag vor mir — und der Mann im Nachbarhaus wurde zu dem heißesten Kapitel meines Lebens.