Urlaubsaffaere mit dem Spanier

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Die schönsten Sexgeschichten aus dem Urlaub fangen nicht im Bett an. Meine fängt an mit Salz auf der Haut, mit einer Sonne, die alles weichzeichnet, und mit einem Mann, der einfach nur dastand, nackt und unbeeindruckt, und mich ansah, als hätten wir uns längst verabredet. Ich heiße Marie, ich bin zweiunddreißig, und ich war allein an die Costa Brava gefahren, um nichts zu müssen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass „nichts müssen” heißen würde, mir zum ersten Mal seit Jahren wieder etwas zu nehmen.

Der erste Blick am FKK-Strand

Ich hatte die kleine Bucht am zweiten Tag entdeckt, hinter einem Felsvorsprung, den man nur bei Ebbe zu Fuß erreichte. Ein FKK-Strand, halb wild, ohne Liegen, ohne Bar, nur heller Sand und Wasser in einem Blau, das ich für erfunden gehalten hätte, wenn ich nicht selbst darin gestanden hätte.

Ich hatte in Deutschland nie am FKK-Strand gelegen. Hier tat ich es am ersten Nachmittag, weil es sich albern angefühlt hätte, die Einzige mit Stoff auf der Haut zu sein. Ich zog den Bikini aus, legte mich hin, und nach zehn Minuten hatte ich vergessen, dass ich nackt war. Es war weniger aufregend, als ich gedacht hatte, und genau darin lag die Aufregung: dass mein Körper einfach nur ein Körper sein durfte, in der Sonne, ohne Blick, ohne Urteil.

Bis der Blick doch kam.

Er stand im flachen Wasser, ein Stück entfernt, die Hände in den Hüften, und ließ die Wellen um seine Waden spülen. Dunkles, nasses Haar, Schultern, die von Arbeit sprachen und nicht vom Fitnessstudio, eine Haut in der Farbe von hellem Holz. Und er sah mich an — nicht gierig, nicht abschätzend, sondern mit einer ruhigen, offenen Neugier, die mir das Blut in die Wangen trieb, obwohl ich in der Sonne lag und es niemand hätte sehen können.

Ich sah zurück. Das war neu für mich. Sonst schaute ich weg. Diesmal nicht.

Er kam aus dem Wasser, ging an mir vorbei, so nah, dass ich das Salz an ihm riechen konnte, und sagte nur ein Wort, mit einem Akzent, der die Vokale rund und warm machte: „Hola.” Dann legte er sein Handtuch drei Meter neben meins und setzte sich, als wäre das der natürlichste Ort der Welt.

„Hola”, sagte ich zurück, und meine Stimme klang belegter, als ich wollte.

Salz, Sonne und ein Akzent

Er hieß Álvaro. Er war aus dem Nachbardorf, fünfunddreißig, baute Boote — daher die Hände, die ich später noch genauer kennenlernen sollte. Sein Deutsch bestand aus drei Wörtern, mein Spanisch aus etwas mehr, und so redeten wir ein Durcheinander aus Englisch, Händen und Lachen, das seltsamerweise besser funktionierte als die meisten Gespräche, die ich zu Hause führte.

Wir lagen nebeneinander, beide nackt, und das Merkwürdige war, wie schnell die Nacktheit aufhörte, das Thema zu sein, und wie sie stattdessen zu einer stillen Übereinkunft wurde. Ich sah ihn an, weil ich es durfte. Er sah mich an, weil ich ihn ließ. Zwischen uns spannte sich mit jeder Minute etwas fester, ein Faden aus Sonne und Erwartung, und ich spürte, wie meine Haut auf ihn reagierte, lange bevor er mich berührte.

„Du bist allein hier?”, fragte er irgendwann und zeichnete mit dem Finger eine Linie in den Sand zwischen unseren Handtüchern, ohne sie zu überschreiten.

„Ganz allein”, sagte ich. „Zum ersten Mal.”

Er nickte, als verstünde er mehr, als in dem Satz lag. „Gefällt es dir?”

Ich sah ihn an, seine ruhigen dunklen Augen, den Mund, der leicht lächelte, das Salz, das auf seiner Brust getrocknet war. „Es fängt gerade an, mir zu gefallen”, sagte ich.

Er lachte leise, und ich spürte dieses Lachen tief in mir, an einer Stelle, die seit langem still gewesen war.

Die Bucht bei Ebbe

Am dritten Tag zeigte er mir eine zweite Bucht, noch kleiner, nur über einen Pfad zwischen den Felsen zu erreichen, den er kannte, weil er hier aufgewachsen war. Der Weg war schmal, ich rutschte auf einem warmen Stein, und er fing mich, seine Hand um mein Handgelenk, dann um meine Hüfte — die erste Berührung, die kein Zufall mehr war. Wir standen einen Moment zu lang so, seine Hand auf meiner nackten Haut, mein Herz zu laut in den Ohren.

Unten war niemand. Nur Wasser, Fels und wir. Ich ging bis zu den Knien hinein, das Meer warm wie eine Hand, und drehte mich zu ihm um. Er stand am Ufer und sah mir zu, und diesmal verbarg ich nichts, drehte mich nicht weg, sondern ließ ihn schauen, ließ mich anschauen, und merkte, wie sehr mich genau das erregte — gesehen zu werden und es zu wollen.

„Kommst du?”, fragte ich.

Er kam. Das Wasser um unsere Hüften, die Sonne im Rücken, und dann seine Hände an meiner Taille, endlich, warm und rau von der Arbeit. Er zog mich nicht an sich. Er wartete, sah mir in die Augen, gab mir den Moment, in dem ich hätte Nein sagen können. Ich sagte nicht Nein. Ich legte meine Hände auf seine Brust, spürte sein Herz, das genauso raste wie meins, und küsste ihn.

Der Kuss schmeckte nach Salz und Sonne. Seine Hände wanderten über meinen nassen Rücken, hinab, und als er mich enger zog, spürte ich ihn hart an meinem Bauch, und ein Laut entkam mir, den ich lange nicht mehr gemacht hatte. Er hob mich leicht an, ich schlang die Beine um ihn, und wir küssten uns im warmen Wasser, als hätten wir nur dafür beide diesen Sommer gelebt.

Seine Finger fanden mich unter Wasser, langsam, prüfend, und ich hörte mich selbst stöhnen an seinem Mund. „Aquí no”, flüsterte er lächelnd gegen meine Lippen — nicht hier — und deutete mit dem Kopf zu einer Stelle im Schatten des Felsens, wo der Sand trocken und weich war.

Was am Nachmittag geschah

Er breitete beide Handtücher im Schatten aus, und ich legte mich zurück, den warmen Fels im Rücken, den Himmel über mir so blau, dass er wehtat. Álvaro kniete sich über mich, tropfnass, und küsste sich meinen Körper hinab — den Hals, die Brüste, jeden Zentimeter, langsam, als hätte er alle Zeit der Welt und keine Absicht, sie zu verschwenden.

Als sein Mund zwischen meinen Beinen ankam, hob ich die Hüften ihm entgegen, ohne es zu wollen. Seine Zunge war geduldig und genau, und ich vergrub die Finger in seinem nassen Haar und ließ mich gehen, hier, unter freiem Himmel, mit dem Rauschen des Meeres im Ohr und einem Mann, dessen Nachnamen ich nicht kannte. Ich kam schnell und laut, und niemand hörte es außer den Möwen und ihm, und er sah zu mir hoch, während ich zitterte, mit einem Blick, in dem Staunen lag.

Dann zog ich ihn an mir hoch. Er hielt inne, griff nach seinen Sachen, und ich sah, wie sorgfältig er das Kondom aufriss und überstreifte, ohne dass ich ein Wort sagen musste — und irgendwie machte gerade diese Selbstverständlichkeit ihn noch begehrenswerter. Dann glitt er in mich, langsam, und wir hielten beide den Atem an bei diesem ersten Moment, in dem aus zwei Fremden für einen Nachmittag etwas Ganzes wurde.

Er bewegte sich unhastig, mit den Hüften wie einer, der Boote baut und weiß, dass gutes Handwerk Zeit braucht. Ich schlang die Beine um ihn, zog ihn tiefer, und der Sand unter uns, die Sonne, das Salz auf unserer Haut — alles verschwamm zu einem einzigen warmen Rausch. Er flüsterte mir spanische Worte ins Ohr, von denen ich die meisten nicht verstand und trotzdem jedes fühlte. Als ich zum zweiten Mal kam, hielt er mich fest, sah mir dabei in die Augen, und kurz danach folgte er mir, tief, mit einem Stöhnen, das im Fels widerhallte.

Wir lagen lange da, ineinander verschlungen, während das Wasser näher kroch und die Flut langsam den Strand zurückholte. Er strich mir eine Strähne aus dem Gesicht und sagte etwas auf Spanisch, sehr leise. „Was heißt das?”, fragte ich. Er lächelte nur und schüttelte den Kopf. „Später.”

Eine Woche, die uns gehörte

Wir hatten nie über eine Zukunft geredet, und genau das machte es leicht. Es gab keine Rechnung, die am Ende aufgehen musste, keine Frage, wer wen zuerst anruft. Es gab nur diese eine Woche, und wir füllten sie bis zum Rand.

Wir trafen uns jeden Tag in der versteckten Bucht. Manchmal schwammen wir erst hinaus, bis das Ufer klein wurde, und liebten uns danach im Schatten des Felsens. Einmal nahm er mich mit auf sein kleines Boot, ankerte in einer Bucht, die vom Land aus niemand einsehen konnte, und wir liebten uns auf den warmen Holzplanken, während das Boot sanft schaukelte und die Sonne unterging und das Wasser sich rot färbte. Einmal kam er abends zu meiner Ferienwohnung, und wir schafften es nicht bis zum Bett, sondern nur bis zum Boden vor der offenen Balkontür, mit dem Rauschen des Meeres von unten.

Ich lernte seinen Körper kennen wie einen vertrauten Ort — die Narbe an seiner Schulter, die Art, wie er den Kopf zurückwarf, wenn er kam, die Wärme seiner rauen Hände auf meiner Haut. Und ich lernte etwas über mich, das ich zu Hause verlernt hatte: dass ich begehrenswert war, dass ich nehmen durfte, was ich wollte, dass Lust kein Antrag ist, den man einreicht und auf dessen Genehmigung man wartet.

Am letzten Abend saßen wir am FKK-Strand, an dem alles begonnen hatte, und sahen zu, wie die Sonne ins Meer sank. Er nahm meine Hand.

„Der Satz”, sagte ich. „Am ersten Tag, im Wasser. Was hast du gesagt?”

Er sah mich lange an, dann lächelte er das Lächeln, das ich diese ganze Woche geliebt hatte. „Ich habe gesagt”, übersetzte er langsam, „dass ich lange nicht mehr jemanden gesehen habe, der so wenig Angst hat, glücklich zu sein.”

Ich flog am nächsten Morgen zurück. Wir tauschten keine Nummern, machten keine Versprechen, die der Alltag ohnehin gebrochen hätte. Aber ich nahm etwas mit nach Hause, das größer war als eine Nummer im Handy: das Wissen, wie es sich anfühlt, wenn ein Körper und ein Sommer und ein fremder Mann einem für ein paar Tage vollständig gehören. Von allen Sexgeschichten, die ich je aus einem Urlaub mitgebracht habe, ist diese die einzige, die ich nicht erfunden habe — und die einzige, die mich verändert hat.