Nylon & Strumpfhosen: ihr Duft

Stimmungsbild zu „Nylon & Strumpfhosen: ihr Duft"

Es gibt Menschen, die verstehen es nie, und es gibt Menschen, die es sofort verstehen. Vivien gehörte zur zweiten Sorte. Sie hat es an einem Donnerstagabend verstanden, in ihrer Küche, als sie den Fuß auf meinen Schoß legte, den Nylon straff über die Zehen gespannt, und sagte: „Du magst das, oder? Wie sich das anfühlt. Wie es riecht.” Sie hat nicht gefragt, um mich bloßzustellen. Sie hat gefragt, weil sie es genoss.

Aber ich fange besser vorn an. Ich heiße Tobias, bin achtunddreißig, und ich habe diesen einen Fetisch, seit ich denken kann: Nylon. Strumpfhosen. Das leise Rascheln, wenn ein Bein über das andere gleitet. Und vor allem ihr Duft — dieser warme, feine Geruch, den frisch getragener Nylon annimmt, wenn er den ganzen Tag Haut umschlossen hat. Für die meisten ist das nichts. Für mich ist es alles.

Die Frau vom vierten Stock

Vivien arbeitete zwei Etagen über mir. Wir teilten uns denselben Aufzug, dieselbe Kaffeeküche, dieselbe Handvoll höflicher Sätze am Morgen. Sie war Anfang vierzig, selbstbewusst auf eine Art, die man nicht spielen kann, und sie trug fast jeden Tag Strumpfhosen unter engen Röcken. Feines Nylon, mattglänzend, meistens in einem warmen Hautton, manchmal schwarz und blickdicht, wenn es kalt wurde.

Ich hätte lügen können und behaupten, ich hätte es nicht bemerkt. Aber ich bemerkte es jeden einzelnen Tag. Ich bemerkte, wie der Stoff bei jedem Schritt leise über sich selbst strich. Wie sie im Meeting das eine Bein über das andere schlug und dieses winzige Rascheln durch den Raum ging, das außer mir niemand zu hören schien. Ich bemerkte, wie das Licht auf ihren Waden brach, dieser sanfte Schimmer, den nur Nylon erzeugt.

Was ich lange nicht bemerkte: dass sie mich bemerkte, wie ich sie bemerkte.

Es war ein Freitag, spät, das Büro fast leer. Ich stand allein in der Kaffeeküche, als sie hereinkam, die Schuhe in der Hand, und barfuß über den kühlen Boden ging — barfuß, aber in Strumpfhose, die glänzenden Zehen auf den Fliesen. Ich sah hin, eine Sekunde zu lang, und als ich aufblickte, sah sie mich an. Nicht empört. Amüsiert.

„Lange Woche”, sagte sie und stellte die Pumps auf die Anrichte. „Ich halte es in den Dingern keine Minute länger aus. Aber ausziehen”, sie deutete auf ihre Beine, „das mache ich erst zu Hause.”

„Verständlich”, sagte ich, und meine Stimme klang belegter, als mir lieb war.

Sie lächelte, goss sich Wasser ein und trank in kleinen Schlucken, während sie mich musterte. „Du bist der vom zweiten Stock. Tobias.” Sie ließ meinen Namen langsam über die Zunge rollen. „Ich habe dich beobachtet, Tobias. Du guckst nicht auf meinen Hintern wie die anderen. Du guckst tiefer. Auf die Beine.” Eine kleine Pause. „Auf die Strumpfhose.”

Mir wurde heiß im Nacken. „Tut mir leid, ich —”

„Nicht”, unterbrach sie. „Entschuldige dich nicht für etwas, das mir gefällt.” Sie stellte das Glas ab, kam einen Schritt näher, und ich roch ihr Parfüm, darunter etwas Feineres, Wärmeres. „Ich mag es, wenn ein Mann weiß, was er will. Und du weißt es sehr genau, oder?”

Ich nickte, weil ich zu keinem Wort mehr fähig war.

Was sie in der Küche über mich herausfand

„Sag es mir”, sagte sie leise. „Was genau magst du daran?”

Zum ersten Mal in meinem Leben sagte ich es einer Frau ins Gesicht, ohne mich zu winden. „Alles. Das Geräusch. Den Glanz. Wie es sich anfühlt unter den Fingern.” Ich holte Luft. „Und den Geruch. Wenn du sie den ganzen Tag getragen hast.”

Etwas veränderte sich in ihrem Blick — es wurde dunkler, hungriger. „Den Geruch”, wiederholte sie langsam, als koste sie das Wort. „Die meisten würden das eklig finden.”

„Ich nicht.”

Sie sah mich lange an. Dann trat sie ganz nah heran, so nah, dass ich die Wärme ihres Körpers spürte, und sagte an meinem Ohr, mit einer Stimme, die kein Büro mehr kannte: „Ich wohne fünf Minuten von hier. Ich habe diese Strumpfhose seit heute Morgen um sieben an. Willst du herausfinden, ob dir gefällt, was du dir vorstellst?”

Ich habe nie schneller Ja gesagt.

In ihrer Wohnung

Ihre Wohnung war warm und aufgeräumt, mit gedämpftem Licht und dem leisen Duft von Kaffee und ihr. Sie zog die Vorhänge zu, ohne Hektik, ganz und gar Herrin der Lage, und deutete auf einen tiefen Sessel.

„Setz dich.”

Ich setzte mich. Sie stellte sich vor mich, immer noch im Rock, immer noch in der Strumpfhose, und sah auf mich herab mit diesem Lächeln, das versprach, dass ich nichts würde tun müssen, was ich nicht wollte — und alles, was ich wollte.

Dann hob sie den Fuß und legte ihn auf meinen Oberschenkel.

Der Nylon spannte sich glänzend über ihre Zehen, über den zierlichen Rist, und ich spürte die Wärme des Fußes durch den dünnen Stoff hindurch. Sie ließ mich einfach schauen. Ließ mich diesen Moment auskosten, den ich mir tausendmal vorgestellt hatte.

„Fass an”, sagte sie. „Du willst doch.”

Meine Finger legten sich um ihren Fuß, und ich fühlte alles auf einmal — die Glätte des Nylons, die Wärme darunter, das ganz leise Reiben, wenn ich meine Hand über den Rist zum Knöchel gleiten ließ. Sie seufzte, ein echtes, überraschtes Seufzen, als hätte sie nicht erwartet, dass mich das so hingab.

„Näher”, flüsterte sie und schob den Fuß höher, bis er fast an meinem Gesicht war.

Ich neigte den Kopf und atmete ein. Und da war er — dieser Duft, warm und fein und ganz und gar sie, ein ganzer Tag Haut in Nylon eingeschlossen. Ich stöhnte leise gegen den Stoff, und Vivien sah auf mich herunter mit einem Ausdruck reinen Triumphs.

„Oh”, sagte sie leise. „Du meinst es wirklich ernst.” Sie strich mit dem behüteten Zeh über meine Lippen. „Weißt du, wie selten das ist? Ein Mann, der genau das will, was ich am liebsten gebe?”

Sie ließ mich ihre Beine erkunden, langsam, mit Händen und Mund. Ich strich über ihre Waden, spürte das Rascheln unter meinen Handflächen, presste mein Gesicht gegen ihr Knie und atmete den Nylon ein. Bei jedem Laut, den ich machte, wurde ihr Atem schwerer. Das war es, was ich vorher nie begriffen hatte: Meine Hingabe war ihre Erregung. Je mehr ich mich vergaß, desto mehr wollte sie.

Wie sie mich näher ließ

„Steh auf”, sagte sie irgendwann, und ich gehorchte, weil ich in diesem Moment alles getan hätte. Sie drückte mich sanft rückwärts aufs Bett, kniete sich über mich, den Rock hochgeschoben, und ließ ihre nylonbehüteten Beine über meine Haut gleiten. Das Geräusch allein, dieses feine Schaben von Stoff auf Haut, trieb mich fast über die Kante.

„Du zitterst ja”, sagte sie und lachte tief. Sie nahm meine Hände und führte sie an ihre Oberschenkel, dorthin, wo das Nylon am Bund saß, wo sich die Wärme staute. „Fühl das. Den ganzen Tag habe ich das getragen. Für dich hat sich das heute angesammelt, auch wenn ich es noch nicht wusste.”

Ich fuhr mit beiden Händen an ihren Beinen hoch, unter den Rock, und spürte, wie sich der Stoff über ihre Haut spannte, warm und lebendig. Als meine Finger den Bund erreichten, hakte sie mich an. „Nicht ausziehen”, flüsterte sie. „Ich behalte sie an. Du magst sie doch so.”

Und sie behielt sie an. Sie zog den Rock aus, aber die Strumpfhose blieb, und durch das feine Nylon hindurch, das sie an der entscheidenden Stelle nach unten schob, ließ sie mich an sich heran. Der Kontrast machte mich wahnsinnig — die glatte, kühle Fläche des Nylons an ihren Schenkeln, die Wärme dazwischen. Sie führte mich, sagte mir mit leisen Worten, was sie wollte, und ich tat es, den Kopf zwischen ihren nylonbehüteten Beinen, den Duft überall um mich herum.

„Genau so”, stöhnte sie und schloss die Schenkel um meinen Kopf, der Nylon rau und weich zugleich an meinen Wangen. „Oh, genau so, Tobias.”

Als sie kam, spannte sich der ganze Körper unter meinen Händen, und ich fühlte das Beben durch den Stoff hindurch, hörte, wie ihr Atem in kleinen, ungläubigen Lauten brach. Sie zog mich an sich hoch, das Gesicht gerötet, die Augen glänzend.

„Und jetzt du”, sagte sie. „Aber ich bestimme, wie.”

Sie tat mit mir, was sie wollte, und was sie wollte, war genau das, wovon ich mein Leben lang geträumt hatte. Ihre nylonbehüteten Beine, ihre Füße, dieses unaufhörliche Rascheln, dieser Duft, der mir längst in den Kopf gestiegen war. Sie ließ mich kommen, mit einer Langsamkeit, die fast grausam war, und sah mir dabei ins Gesicht, als wollte sie jeden Moment auskosten, in dem ich mich vollständig verlor.

Danach lagen wir da, ihre Beine noch immer im Nylon, über meine gelegt, und sie fuhr mit den behüteten Zehen faul über mein Schienbein.

„Ich hätte nie gedacht”, sagte sie leise, „dass mich der eigene Fetisch von jemand anderem so anmachen würde.” Sie sah mich an. „Du musst dich für gar nichts schämen, weißt du. Ich finde es heiß, dass du weißt, was du willst.”

Warum ich mich nie wieder verstecke

Ich lag in Viviens Bett, ihr Bein über meinem, den Duft von warmem Nylon in der Nase, und begriff etwas, das ich in achtunddreißig Jahren nicht begriffen hatte: Der Fetisch war nie das Problem. Das Verstecken war es. All die Jahre, in denen ich weggeschaut hatte, wenn eine Frau die Beine übereinanderschlug. All die Male, in denen ich mich für den Blick geschämt hatte, für das leise Ziehen im Bauch beim Rascheln von Nylon.

Vivien hatte in einer einzigen Nacht aufgelöst, was ich mir mein Leben lang eingeredet hatte. Dass es peinlich sei. Dass es keine Frau je gutheißen würde. Dabei war die Wahrheit viel einfacher: Es gibt Frauen, die genau das lieben — einen Mann, der ihre Strumpfhosen anbetet, der den Duft ihres Nylons einatmet wie das Kostbarste der Welt, der jedes leise Rascheln hört. Für sie war meine Hingabe kein Makel. Sie war ein Geschenk.

„Am Montag”, sagte Vivien am nächsten Morgen und reichte mir einen Kaffee, immer noch mit nackten Beinen, „ziehe ich die schwarzen an. Die blickdichten. Und ich werde die ganze Zeit wissen, dass du es hörst, wenn ich im Aufzug das Bein überschlage.” Sie beugte sich herab und küsste mich. „Das wird ein sehr langer Tag für dich.”

Er wurde es. Und ich habe seither jede Sekunde davon genossen — offen, ohne Scham, mit einer Frau, die genau das an mir liebt, was ich so lange versteckt habe. Manchmal genügt eine Einzige, die es sofort versteht. Vivien hat es sofort verstanden. Sie hat es an einem Donnerstagabend in ihrer Küche verstanden, als sie den Fuß auf meinen Schoß legte und den Nylon straff über die Zehen spannte — und mich fragte, ob ich das mag.

Ich mag es. Ich mag es sehr.