Serie · Teil 2

Wie mein Mann zum Cuckold wurde – Teil 2: Der erste Bull

Stimmungsbild zu „Wie mein Mann zum Cuckold wurde – Teil 2: Der erste Bull"

Sein Name war Daniel, und das Erste, was ich an ihm bemerkte, war die Ruhe. In der Bar hatte er für mich bestellt, ohne zu fragen, und mit dieser dunklen Stimme leise gesagt, dass mein Mann nervös sei. Jetzt standen wir zu dritt vor der Zimmertür im achten Stock, und diese Ruhe war immer noch da — als wüsste er längst, wie dieser Abend enden würde.

Marc hielt die Karte. Zweimal glitt sie am Schloss vorbei, weil seine Hand zitterte. Beim dritten Mal sprang das kleine Licht auf Grün, und ein Geräusch ging durch ihn hindurch, halb Erleichterung, halb Angst. Er öffnete uns die Tür wie ein Mann, der weiß, dass er sich damit selbst aussperrt.

Die Tür fällt ins Schloss

Das Zimmer war größer, als ich erwartet hatte. Ein breites Bett, ein Sessel am Fenster, die Stadt darunter als ein Meer aus Lichtern. Ich blieb einen Schritt in der Tür stehen und spürte plötzlich mein eigenes Herz, laut und schnell. Alles, was wir monatelang nur gesprochen hatten, war jetzt ein Raum mit einem Bett und einem Mann, den ich vor zwei Stunden zum ersten Mal berührt hatte.

Daniel spürte es. Er legte mir eine Hand in den Rücken, dorthin, wo das rote Kleid keinen Stoff mehr hatte, und ließ sie einfach liegen. Warm, schwer, ohne Eile. „Du bestimmst das Tempo”, sagte er leise. „Wir haben die ganze Nacht.”

Marc stand unschlüssig neben dem Bett. Ich sah, wie sein Blick zwischen mir und dem Sessel hin- und herging, und ich wusste, dass er nicht wagte, sich einfach hinzusetzen. Also nahm ich ihm die Entscheidung ab — so, wie ich es an all den Abenden gelernt hatte, an denen wir das nur gespielt hatten.

„Setz dich”, sagte ich zu ihm. Ruhig. Kein Vorschlag.

Er sah mich an, und in seinen Augen lag dieses dunkle, atemlose Wollen. Dann ging er zum Sessel und setzte sich, die Hände auf den Knien, wie ein Junge, dem man gesagt hat, er solle warten.

„Du fasst nichts an”, sagte ich. „Du siehst zu. So wie du es dir gewünscht hast.”

„Ja”, flüsterte er.

Er sieht zu

Daniel drehte mich zu sich. Er küsste mich nicht sofort — er sah mich erst an, so lange, dass mir heiß wurde, dann fuhr sein Daumen über meine Unterlippe. Als er mich endlich küsste, war es langsam und tief, und ich hörte hinter mir, wie Marc den Atem anhielt.

Seine Finger fanden den einzigen Verschluss im Nacken. Der Reißverschluss glitt tiefer, Zentimeter für Zentimeter, und das rote Kleid rutschte über meine Schultern, über die Hüften, und fiel als roter Kreis auf den Teppich. Darunter war ich nackt, so wie Marc es sich am Nachmittag gewünscht hatte. Ich stand im Licht der Nachttischlampe, und zwei Männer sahen mich an — der eine mit ruhiger, sicherer Lust, der andere mit einem Blick, in dem alles zugleich lag: Verlangen, Stolz, dieser süße, wunde Schmerz.

„Sieh dir das an”, sagte Daniel — nicht zu mir. Zu Marc. „Sieh dir an, was du hergibst.”

Marc gab ein Geräusch von sich, das kaum hörbar war. Ich sah zu ihm hinüber, und er hatte die Finger fest um die Armlehnen gelegt, als müsse er sich am Sessel festhalten, um nicht aufzustehen. Sein Blick klebte an Daniels Händen, die jetzt über meinen Bauch strichen, tiefer wanderten, mir eine Spur von Hitze über die Haut zogen.

Ich lehnte mich zurück gegen Daniels Brust und ließ es geschehen. Als seine Hand endlich zwischen meine Beine fand, wusste er sofort, wie bereit ich war — schon seit der Bar, schon seit dem Aufzug. Er lachte leise an meinem Ohr, dunkel und zufrieden. „Sie ist völlig nass”, sagte er über meine Schulter zu meinem Mann. „Wusstest du, dass ein Fremder das schafft?”

„Ja”, sagte Marc, und seine Stimme brach. „Bitte.”

Ich weiß bis heute nicht, worum er bat. Vielleicht wusste er es selbst nicht. Aber dieses Bitte, geflüstert von dem Mann, der mich liebte, während ein anderer mich anfasste, jagte mir eine Welle durch den Körper, die mir fast die Knie wegzog.

Auf dem Bett

Daniel führte mich zum Bett, und ich zog ihn mit mir. Ich wollte ihn endlich sehen, endlich fühlen, und ich zog ihm das Hemd über den Kopf, öffnete seinen Gürtel mit Fingern, die überraschend ruhig waren. Er ließ mich machen, sah nur zu, und diese Selbstsicherheit machte mich noch heißer.

Aber ich vergaß Marc keine Sekunde. Das war das Seltsame, das Wunderbare. Bei jeder Bewegung wusste ich, wo er saß. Ich drehte mich so, dass er alles sah. Als ich mich über Daniel beugte, sah ich aus dem Augenwinkel, wie mein Mann auf dem Sessel vornüberkippte, den Mund halb offen, unfähig, den Blick abzuwenden.

„Zieh dich aus”, sagte ich zu Daniel — laut genug, dass Marc es hörte. „Ich will, dass er sieht, was du hast.”

Daniel gehorchte, ohne die Ruhe zu verlieren, und ich hörte hinter mir das leise, ungläubige Stöhnen meines Mannes. Ich streifte Daniel das Kondom über, langsam, mit beiden Händen, und machte eine Vorführung daraus — für den Mann im Sessel, der jede Bewegung mit den Augen verschlang.

Dann legte ich mich zurück und zog Daniel über mich. Er hielt inne, an der Schwelle, und sah mich an. „Willst du das?”, fragte er leise, nur für mich.

„Ja”, sagte ich. Und dann, lauter, den Kopf zur Seite gedreht, damit Marc jedes Wort hörte: „Sieh hin. Jetzt.”

Als Daniel in mich glitt, tat ich es mit offenen Augen — nicht auf ihn gerichtet, sondern auf meinen Mann. Ich wollte sein Gesicht sehen in dem Moment, in dem ein anderer Mann zum ersten Mal in mir war. Und was ich sah, werde ich nie vergessen: Marc, kreidebleich, die Hände in den Sessel gekrallt, mit einem Ausdruck, der nichts mehr mit Angst zu tun hatte. Er sah aus wie jemand, der endlich angekommen ist.

Lauter, als er es kannte

Daniel bewegte sich langsam, so wie er alles tat, und mit jedem Stoß entlockte er mir Laute, die ich sonst zurückhielt. Ich hielt sie nicht zurück. Ich ließ sie kommen, lauter, offener, als Marc es je von mir gehört hatte — und ich sah, wie es meinen Mann traf, jedes Mal, wie ein Schlag, der zugleich eine Liebkosung war.

„Hörst du das?”, fragte Daniel, und wieder sprach er über meine Schulter zu Marc. „So klingt sie, wenn sie sich gehen lässt.”

„Sie war noch nie so”, flüsterte Marc. Es war kein Vorwurf. Es klang fast wie Dankbarkeit.

Ich zog Daniel tiefer in mich, schlang die Beine um ihn, und irgendwann verschwamm der Raum zu Licht und Atem und dieser dunklen Stimme über mir. Aber der Anker blieb Marc. Immer, wenn eine Welle mich zu hoch trug, suchte ich seine Augen, und dass er da war, dass er zusah, machte alles unendlich intensiver. Ich war nicht seine untreue Frau. Ich war seine Frau, die ihm etwas schenkte, das er sich nicht selbst nehmen konnte — und die dabei die Frau war, die sie sich immer gewünscht hatte zu sein.

Als es mich schließlich überrollte, kam ich mit einem Laut, der aus einer Tiefe kam, die ich nicht kannte. Ich hielt Daniel fest, zitternd, und hörte durch das Rauschen in meinen Ohren, wie Marc auf seinem Sessel ein Geräusch machte, halb Stöhnen, halb Schluchzen — das gleiche Geräusch, das er all die Nächte gemacht hatte, wenn wir das nur gespielt hatten. Nur war jetzt nichts mehr Spiel.

Daniel folgte mir kurz darauf, kontrolliert, leise, mit einem tiefen Atemzug an meinem Hals. Dann lag er einen Moment über mir, und wir atmeten beide schwer, und im Zimmer war nichts als das Klopfen dreier Herzen.

Danach

Daniel war zu schnell wieder ruhig, fast rücksichtsvoll. Er küsste mich einmal, sanft, stand auf und ließ mir Zeit. Und ich tat das, wovon ich nicht gewusst hatte, dass ich es tun würde: Ich stand auf, ging zu dem Sessel, in dem mein Mann saß, kniete mich zwischen seine Beine und legte den Kopf auf seinen Schoß.

Er zitterte am ganzen Körper. Seine Hand fuhr durch mein feuchtes Haar, wieder und wieder, als müsse er sich vergewissern, dass ich echt war, dass ich noch ihm gehörte.

„Bist du okay?”, fragte ich leise, den Blick nach oben.

Er lachte, ein brüchiges, ungläubiges Lachen, und ich sah, dass seine Augen feucht waren — nicht traurig. Übervoll. „Das war …”, begann er und fand kein Wort. „Ich hab dich noch nie so geliebt wie in dieser Minute.”

Daniel zog sich im Hintergrund an, ruhig und diskret, ein Mann, der wusste, wann ein Moment nicht mehr ihm gehörte. Bevor er ging, blieb er an der Tür stehen und sah zu uns herüber — zu der Frau am Boden und dem Mann im Sessel, der ihre Hand hielt.

„Ihr zwei”, sagte er, und in seiner ruhigen Stimme lag so etwas wie Respekt, „habt etwas, das die meisten nie finden.” Dann war die Tür zu, und wir waren wieder allein.

Wir lagen lange wach in jener Nacht, eng, meine Haut noch heiß von einem anderen, Marcs Arm fest um mich. Wir sagten nicht viel. Es gab nicht viel zu sagen — und alles. Irgendwann, kurz bevor der Himmel über der Stadt grau wurde, drehte er sich zu mir.

„Würdest du …”, begann er, und ich hörte an seiner Stimme, dass er kaum zu hoffen wagte. „Würdest du es wieder tun?”

Ich lächelte in die Dunkelheit. Denn ich wusste die Antwort schon, seit Daniels Hand zum ersten Mal mein Knie gefunden hatte. Und ich wusste auch, dass wir dabei nicht stehen bleiben würden — dass das, was wir eben erst entdeckt hatten, erst der Anfang war von etwas, das noch viel weiter gehen würde.

„Ja”, sagte ich und legte meine Hand auf sein rasendes Herz. „Aber das nächste Mal”, flüsterte ich, „bestimme ich mehr als nur, wer zusieht.”

Ich spürte, wie er unter meiner Hand erschauerte. Und ich wusste, dass er die ganze Nacht wach bleiben würde mit dieser einen, offenen Frage — der Frage, was ich damit meinte.

Fortsetzung folgt

Der nächste Teil ist da.

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